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Geschichte


1287 erfolgt die erste Erwähnung als Marcrevendorp.
Von 1354 bis 1420 gehörte Schmargendorf zur pommerschen Herrschaft. Danach verblieb es für immer bei Brandenburg. Schmargendorf besaß nie ein eigenes Gut. Es war im Mittelalter ein Ausstattungsstück der Burg Angermünde. Die vom Kurfürsten eingesetzten Burghauptleute und Vögte galten als die Gutsherren von Schmargendorf. 1576 ist das Schloss Angermünde bereits eine Ruine. Im Zusammenhang mit der Auflösung des Amtes Angermünde wird Schmargendorf als Kurfürstliche Pertinenz dem Amt Chorin überwiesen. Das Erbregister von 1577 erwähnt 8 Hüfner und 20 Kossäten.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) war Schmargendorf eine wüste Dorfstelle. Es lebten nur noch 3 Kossäten mit ihren Familien hier. Diese Verwüstungen betrafen das gesamte Kriegsgebiet, besonders aber Brandenburg und Preußen.
Am 29. Oktober 1685 erlässt Friedrich Wilhelm der Große,
Kurfürst von Brandenburg, das Edikt von Potsdam zur
Ansiedlung von Hugenotten. 1689 siedelten sich auch in
Schmargendorf die ersten Hugenotten- Familien aus Frankreich 
an. Für die eingewanderten Franzosen wurde 1691 die
französisch reformierte Gemeinde zu Angermünde mit einer
Außenstelle in Schmargendorf gegründet. Durch eine Resolution
erhielten sie das Recht, die vorhandene Kirche in Schmargendorf
frei mitbenutzen zu dürfen.
1745 wird die Kirche instandgesetzt und ein neuer Kirchturm
errichtet. Damit erhielt die im 13. Jahrhundert errichtete Kirche
ihre heutige Form.


Um eine bessere Ausnutzung des Bodens zu erzielen, siedelte FRIEDRICH DER GROSSE 1763 nach dem Siebenjährigen Krieg 10 deutsch reformierte Kolonisten aus dem Oberamt Alzey, Rheinpfalz und Hessen-Darmstadt auf dem Gelände des Amtvorwerks an. Zu diesen Familien gehörte auch Hartmann Diet(e)rich, der Ururgroßvater der bekannten Schauspielerin Marlene Dietrich. Sein Enkel, Christian Dietrich, baute 1865 in Angermünde den Gasthof "Dietrichs Etablissement" (später umbenannt in Berliner Hof), in dem Marlene Dietrichs Vater, Louis Erich Otto Dietrich, geboren wurde. Nachfahren von Hartmann Diet(e)rich leben heute noch in Schmargendorf. Es sind die Urururenkel Heinrich Dietrich und Helga Krüger geb. Dietrich.

Am 1. Dezember 1833 tritt die Feuerlöschordnung für das Dorf Schmargendorf im Angermündeschen Kreis/Amt Chorin in Kraft. Sie zieht die Bildung einer Pflichtfeuerwehr nach sich.
Am 16. März 1845 (Palmsonntag) brach gegen 8 Uhr abends eine große Feuersbrunst über Schmargendorf herein. Besonders schwer betroffen waren die Mitglieder der französischen Gemeinde. Von den Abgebrannten gehörten zur französischen Gemeinde die Bauern Laurent, Doyé und Bailleu, außerdem die Arbeitsleute Charlet und Laurent. Pfarrer Lorenz bittet französische Gemeinden, auch weiter entfernt liegende, in brüderlicher Liebe zu helfen. Das Ergebnis waren 290 Taler, 18 Silbergroschen und 6 Pfennige.
In der Scheune des Rentiers Villain bricht am 13. September 1887 ein Feuer aus, welches auf böswillige Brandstiftung beruht. Es brennen ab: die Scheune, das Wohnhaus, das Familienhaus und der Stall des Rentiers Villain, 2 Scheunen und 1 Stall des Bauerngutsbesitzers Friedrich Becker, sowie das Familienhaus und 1 Stall des Bauerngutsbesitzers Grünägel. Außerdem ist die neuerbaute Scheune des Bauerngutsbesitzers Kübler durch Einsturz eines Giebels stark beschädigt. Das stark gefährdete Wohnhaus des Stellmachermeisters Dietrich wurde von der Angermünder Wehr vor dem Feuer bewahrt.

Die Königliche Eisenbahndirektion Stettin nimmt am 15. Mai 1895 den Bahnhof Herzsprung in Betrieb. Die Gemeinden Herzsprung und Schmargendorf hatten auf einen solchen Haltepunkt gedrängt. Grund und Boden wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
                                                           
1910 werden die deutsche und die französische Schule
geschlossen. In der bisherigen französischen
Schule wird der Unterricht als gemeinsame (deutsch-französische)
Schule weitergeführt. Erster Lehrer der vereinten Schule ist Herr
Theodor Weger. Er unterrichtete bis 1945 und war bis1962 Kantor in
der Gemeinde.


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